An einem wunderschönen Samstagmorgen im September haben mein Mann und ich wieder einmal in Dessau vorbeigeschaut, eine Stadt in Sachsen-Anhalt.
Einst war Dessau die Hauptstadt und Residenz der Fürsten von Anhalt-Dessau und Anhalt und lag früher an der Kreuzung zwischen alten Handelswegen. Weltweit bekannt ist Dessau durch die Bauhaus-Epoche mit Werken vieler namhafter Künstler sowie durch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich.



An der Elbe
Zunächst waren wir am Kornhaus an der Elbe. Dort war die Morgenstimmung besonders schön. Der Herbst ist schon zu spüren, die Luft frisch, die Sonne strahlt noch warm.
Das Kornhaus ist eine Ausflugsgaststätte im Bauhausstil, welche Carl Fieger in den Jahren 1929/30 im Auftrag der Stadt Dessau und der Schultheiss-Patzenhofer Brauerei AG entworfen hatte. Es liegt idyllisch an der Elbe.
Der danebenliegende Leopoldshafen liegt am schönsten Abschnitt der mittleren Elbe direkt am Elberadweg. Hier sind vier Wassersportvereine ansässig.
Der Leopoldshafen ist nach Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676–1747) benannt, dem berühmten „Alten Dessauer“. Er regierte Anhalt-Dessau von 1698 bis zu seinem Tod 1747 und war zugleich ein bedeutender preußischer Feldmarschall und Heeresreformer. Unter der Regierung Leopold I. wurden die Wasserstadt Dessau, Deich- und Wasserbau sowie die Verbindung zur Elbe ausgebaut.
Der Name „Leopoldshafen“ verweist auf Leopold I., aber die heute als Leopoldshafen bezeichnete Anlage entstand erst im 19. Jahrhundert und diente dem Handel und dem Umschlag von Waren. Auch ein großer Kornspeicher an der Elbe, ungefähr dort, wo sich heute das Kornhaus befindet, geht auf diese Entwicklungsphase zurück.














Meisterhäuser im Bauhausstil
Die Meisterhäuser sind eine kleine Siedlung aus drei identischen Doppelhäusern und einem Einzelhaus, die als Wohngebäude für die Meister und den Direktor des Staatlichen Bauhauses in Dessau nach Entwürfen von Walter Gropius 1925 bis 1926 errichtet wurden.
Walter Adolf Georg Gropius (* 18. Mai 1883 in Berlin; † 5. Juli 1969 in Boston) war ein deutscher (seit 1944 US-amerikanischer) Architekt und Gründer des Bauhauses. Neben Ludwig Mies van der Rohe, Frank Lloyd Wright und Le Corbusier gilt er als ein Pionier der internationalen modernistischen Architektur.
Das Direktorenhaus bewohnte Walter Gropius, die Doppelhäuser wurden von László Moholy-Nagy und Lyonel Feininger, Georg Muche und Oskar Schlemmer, sowie von Wassily Kandinsky und Paul Klee genutzt.
Nach dem Auszug der Bauhausmeister und Gropius durch die zwangsweise Schließung des Bauhauses 1932 wurden die Gebäude teilweise erheblich umgebaut. Nach Zerstörungen 1945 sind heute noch das Kellergeschoss des Hauses Gropius, die Hälfte von Feininger des Hauses Moholy-Nagy/Feininger und die Häuser Muche/Schlemmer und Kandinsky/Klee erhalten.







Schloss und Park Georgium
Das Georgium ist neben dem Wörlitzer Park der größte und kunsthistorisch bedeutendste Landschaftspark im Dessau-Wörlitzer Gartenreich im englischen Stil. Er wurde von Prinz Johann Georg, dem jüngeren Bruder des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, geschaffen und nach ihm benannt. Die Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.
Die Sieben Säulen“ sind eine Miniatur-Hommage an das Forum Romanum, der ionische Rundtempel erinnert an Tivoli. Zwei antike Torbögen, ein Fremdenhaus und das damalige Landhaus und heutige Schloss komplettieren das Ensemble. Die vier Fassaden des Fremdenhauses sind in unterschiedlichen historischen Stilrichtungen gestaltet, unter anderem findet man Gotik, Renaissance, holländischer Barock und Klassizismus.
Ursprünglich war das Schloss Georgium ein privater Landhaussitz. Das Erdgeschoss wurde für Repräsentation und Gäste genutzt, während sich die privaten Räume der fürstlichen Familie im Obergeschoss befanden.
Nach Johann Georgs Tod 1811 blieb das Anwesen in herzoglichem Besitz. Besonders im 19. Jahrhundert veränderte sich das Gebäude. 1893 wurde es durch zwei Seitenflügel erweitert und seine Wohnfläche ungefähr verdoppelt. Damit wurde aus dem ursprünglichen kleinen Landhaus ein deutlich repräsentativerer Wohnsitz. Bis 1945 lebte dort die Erbprinzessin Elisabeth von Anhalt (1861–1955).
Heute beherbergt Schloss Georgium die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, ein Kunstmuseum mit Schwerpunkt auf Gemälden und Grafik der Alten Meister. Präsentiert werden deutsche Gemälde des 15.- 19. Jahrhunderts, darunter Hauptwerke Lucas Cranachs, sowie ein bedeutender Bestand an niederländischer Malerei des 16./17. Jahrhunderts. Von großem Interesse ist auch die umfangreiche Kollektion Frankfurter Maler der Goethezeit. Ergänzt wird der Bestand mit Werken aus jüngeren Epochen und auch durch einzelne Plastiken.



















Es gibt noch so einiges in Dessau zu entdecken, wir werden wiederkommen.
„Bunt ist meine Lieblingsfarbe.“
Walter Gropius


