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Idstein im Regen

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Anlässlich eines Besuches einer befreundeten Kollegin im Taunus haben ich einen kleinen Abstecher ins nahegelegene Idstein unternommen. Die Stadt Idstein wollte ich mir immer schon einmal anschauen, da ich auf Instagram-Bildern der Hansedeern schöne Fachwerkhäuser erspäht hatte.

Idstein ist eine Stadt im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Der Ort wurde im Jahr 1102 erstmals urkundlich als „Etichenstein“ erwähnt und erhielt im Jahr 1287 von Rudolf von Habsburg das Stadtrecht. Neben dem Hexenturm im Bereich der alten Nassauer Burg besitzt die Stadt einen mittelalterlichen Stadtkern mit vielen Fachwerkbauten. Das älteste erhaltene Wohnhaus stammt von 1410. Große Teile der Idsteiner Altstadt stehen heute unter Denkmalschutz. Viele historische Gebäude haben sich unter anderem dadurch erhalten, dass Idstein im Zweiten Weltkrieg von Angriffen weitestgehend verschont blieb.

Von der urkundlichen Ersterwähnung bis zum Jahr 1721 war Idstein mit Unterbrechungen Residenz der Grafen von Nassau-Idstein und anderer nassauischer Linien. Im Jahr 1721 fiel Idstein an Nassau-Ottweiler, 1728 an Nassau-Usingen. Die Stadt verlor so ihren Status als Residenzstadt, wurde aber Sitz des nassauischen Archivs und eines Oberamts. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Residenzschloss wird heutzutage  als Schulgebäude von der Pestalozzischule genutzt.

Im 17. Jahrhundert war die Stadt unter dem protestantischen Grafen Johannes von Nassau und Idstein (1603–1677) Schauplatz von zahlreichen Hexenprozessen. Zu den 39 Getöteten gehörten die Sonnenberger Pfarrersfrau Elisabeth Hoffmann und Cäcilie Zeitlose Wicht, Frau des Pfarrers Johannes Wicht aus Heftrich.

Unionskirche

Die Unionskirche ist eine evangelische Pfarrkirche mit einer herausragenden barocken Inneneinrichtung. Äußerlich ein schlichter Bau, entfaltet sie im Inneren ihre Pracht. Ungewöhnlich für eine evangelische Kirche wurde die Decke des Hauptschiffes im 17. Jahrhundert mit großformatigen Ölgemälden aus der Rubensschule vollständig verkleidet.

Residenzschloss

Das im Renaissance-Stil 1614–1634 von Jost und Henrich Heer (Höer) für Graf Ludwig († 1627) und dessen Sohn Graf Johann († 1677) unter Einbeziehung alter Bausubstanz erbaute heutige Schloss steht auf einem Felsmassiv zwischen den beiden Stadtbächen, die sich hinter Idstein vereinigen.

Während der Regierungszeit des letzten Idsteiner Fürsten Georg August Samuel von Nassau-Idstein (*1665, †1721) erhielt das Gebäude unter Leitung von Maximilian von Welsch seine Innenausstattung. Das Schloss (seit 1946 Gymnasium) ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Burg und Hexenturm

Die Burg Idstein, auch Schloss Idstein genannt, ist eine Höhenburg, die später in Teilen zum Renaissance-Schloss umgebaut wurde. Die Burg war Residenz der nassauischen Linie Nassau-Idstein und entstand in den Jahren 1497 bis 1588.

Bei dem rund 42 Meter hohen Hexenturm, dem Wahrzeichen der Stadt, handelt es sich um den baulich mehrfach veränderten, als Butterfassturm ausgeführten Bergfried der Burg Idstein. Er ist das älteste Bauwerk Idsteins und entstand um das Jahr 1170.

Höerhof

Der Höerhof, im Volksmund auch bekannt als Toepferhaus, wurde in den Jahren 1620 bis 1626 durch den Schlossbaumeister Henrich Heer errichtet. Er diente unter anderem als Jagdschloss und Forstamt.

Von 1911 bis 1955 wohnte hier der Maler Ernst Toepfer. Der Höerhof beherbergt heute einen mehrfach ausgezeichneten, stilvollen Hotel- und Restaurantbetrieb mit einem idyllischen Innenhof. Er stellt eines der prächtigsten Fachwerkgebäude in Idstein dar.

Killingerhaus

Das Killingerhaus gehört zu den herausragenden Fachwerkhäusern in der als Gesamtanlage denkmalgeschützten Altstadt. Erbaut wurde das Killingerhaus 1615 durch den Amtsschreiber Johann Conrad Killing († 1630) und seiner Ehefrau Anna Margarethe Loeber, Tochter des nassauischen Vogtes in Bad Ems. 

1911 wurde der dreiflügelige „Fränkische Erker“ aus dem Killingerhaus ausgebaut. Er findet sich seither am Erkervorbau im ersten Obergeschoss des Höerhofs wieder.

Weitere Impressionen der Stadt

Mir hat der Bummel durch die Fachwerkstadt sehr gut gefallen, auch wenn das Jonglieren von Schirm und Kamera eine gewisse Herausforderung darstellte. 2027 wird Idstein den Hessentag ausrichten, vielleicht ist das für den einen oder anderen ein Anlass, um sich diese schöne Fachwerkstatt ebenfalls einmal anzusehen.

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