frau 85 mm
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Vom Wielandplatz zum Schloss Belvedere und zurück

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4–5 Minuten

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Mein Mann und ich waren schon öfter in Weimar, haben uns dabei aber primär in der Innenstadt umgesehen. Doch Weimar hat eine Menge mehr zu bieten. Dieses Mal sind wir in Richtung Süden vom Wielandplatz zum Schloss Belvedere und zurück gewandert. Dabei haben wir auch Abstecher nach links und rechts unternommen.

Vor unserer Tour habe ich die KI befragt, welche Stadtgebiete von Weimar sich besonders lohnen. So bekam ich die Empfehlung, mich in der Westvorstadt und Südstadt umzusehen. An der Aufgabe, einen schönen Spaziergang durch diese Viertel zu planen, ist die KI aber dann doch irgendwie gescheitert, auch wenn sie sich offensichtlich bemüht hatte. Macht aber nichts, denn ich kann auch noch selbständig einen Stadtplan lesen ;-).

Zunächst sind wir ein Stück die Humboldtstraße entlang gegangen, dann haben wir kurz beim alten Friedhof vorbeigeschaut und uns schließlich in Richtung Freiherr-von-Stein-Allee begeben.

Auf der Belvederer Allee sind wir südwärts bis zum Schloss spaziert, hinter der Orangerie abgebogen, dann über die Felder, vorbei am Archäologischen Freigelände, durch die Pappelallee und bis zur ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul gelaufen. Im Deutschen Bienenmuseum haben wir uns mit Kaffee und Kuchen und einem ersten Federweißer gestärkt und sind dann entlang der Ilm (kreuz und quer) durch den Park geschlendert. Am Ende hatten wir rund 15 km auf der Uhr.

Freiherr-von-Stein-Allee/Helmholtzstraße

Die Freiherr-von Stein-Allee ist sehr beeindruckend. Hier findet man großbürgerliche Villen der 1890erJahre, Wohnhäuser im Reformstil und im Stile der Moderne der 1920er Jahre.

Vor dem Haus Nr. 10 der Freiherr-vom-Stein-Allee liegen Stolpersteine für Else von der Velden und Ester Abel, geb. von der Velden. Es ist eines der ältesten Gebäude dieser Straße. Im Haus selbst lebte der österreichisch-ungarische Offizier jüdischer Herkunft Kornel Abel.

Schloss Belvedere

Das Schloss Belvedere ist die ehemalige Sommerresidenz der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Einflügelanlage wurde 1724–1748 durch Herzog Ernst August I. von Gottfried Heinrich Krohne im Rokokostil erbaut.

Das Schloss mit seinen zahlreichen Nebengebäuden sowie einem Landschaftspark samt Orangerie befindet sich auf der Eichenleite bei Weimar, einer ca. vier Kilometer in südlicher Richtung vom Stadtzentrum entfernten Anhöhe.

Ein besonderes Highlight ist der Russische Garten, den Erbherzog Carl Friedrich für seine Gattin Maria Pawlowna anlegen ließ. Hier finden sich ein filigranes Heckentheater und ein kunstvoll gestalteter Irrgarten, die an die Vorlieben der russischen Großfürstin erinnern.

St. Peter und Paul

Die ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul gilt als die älteste ihrer Umgebung. Vorgängerbau war wohl die Kirche des Zisterzienserinnenklosters, welches 1244 erstmals urkundlich erwähnt ist. 

Der heutige Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss und Strebepfeilern stammt aus dem Jahre 1361. Zwischen 1514 und 1517 ließ die letzte Äbtissin einen Kirchturm über den Papierbach, Zufluss der Ilm, bauen, bis heute eine Besonderheit der Oberweimarer Kirche.

Nach der Auflösung des Klosters 1525 wurde die Kirche evangelische Pfarrkirche und ein evangelischer Pfarrer übernahm die Gemeinde. Das Propsteigebäude wurde Pfarrhaus und das große, angrenzende Klostergut kurfürstliches Kammergut der Ernestiner. Von den 26 Nonnen blieben sechs mit Versorgungsrecht in den klösterlichen Gebäuden.

Die ehemalige Klosterkirche war bei unserem Besuch anlässlich des Ernte-Dank-Festes üppig geschmückt.

Deutsches Bienenmuseum

Das Deutsche Bienenmuseum wurde 1907 als „Reichs-Bienenzuchtmuseum“ des Deutschen Imkerbundes durch den Pfarrer Ferdinand Gerstung gegründet, der auch „Bienenvater“ genannt wurde. Seit 1957 befindet sich das Museum in dem ehemaligen Gasthof Goldener Schwan im Ortsteil Oberweimar.

1973 musste es wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Im Jahr 1985 wurden Gebäude und Grundstück von der Stadt Weimar aufgekauft, um nach einer umfangreichen Sanierung 1994 den Betrieb wieder aufzunehmen. 

Das Gelände bietet nicht nur ein Museum und einen Bienenweidegarten, sondern auch einen Hofladen und ein Café mit Biergarten

Villa Haar

Vom Park an der Ilm aus lohnt sich ein Abstecher zur Villa Haar. Die Villa steht am Dichterweg 2a. Sie wurde 1885 entworfen und 1886 fertiggestellt von dem Weimarer Architekten Otto Minkert für den Rechtsanwalt Werner Voigt. Vorbild war die berühmte Villa d’Este in Tivoli bei Rom. Die Gartenanlage ist über mehrere Terrassen organisiert und eine lange historische Treppenanlage führt von der Villa hinunter Richtung Ilmpark.

1905 kaufte der Weimarer Kaufmann Otto Haar das Anwesen. Er war Inhaber des Kaufhauses „Max Haar“ in der Schillerstraße 5a. Er ließ die Villa umbauen und ergänzte einen Wintergarten sowie eine Warmwasserheizung. 

Dr. Georg Haar, der Sohn Otto Haars, bezog die Villa 1936 mit seiner Frau Felicitas. Felicitas von Holtum war die geschiedene Frau seines Studienfreunds Roderich Huch. Sie brachte zwei Kinder mit in die Ehe ein, die beide im Zweiten Weltkrieg starben.

1945 traf das Ehepaar eine außergewöhnliche Entscheidung: Georg Haar setzte die Stadt Weimar als Erbin seines Vermögens ein und verfügte testamentarisch, dass in der Villa ein Heim für Kriegswaisen entstehen sollte. Auch die Erträge aus dem ehemaligen Kaufhaus und anderen Immobilien sollten der Finanzierung des Heims dienen. Am 22. Juli 1945 schieden Georg und Felicitas Haar freiwillig aus dem Leben. 

Von der Villa Haar habe ich leider kaum Fotos. Meine 85-mm-Brennweite war hier nicht so geeignet und das Akku meines Handys hatte leider kurz vorher den Geist aufgegeben. HIER kann man sich aber ein umfassendes Bild vom Gebäude und des Gartens machen.

Es war ein toller Tag. Wir kommen auf jeden Fall wieder und schauen uns weitere Stadtgebiete wie zum Beispiel die Parkvorstadt an.

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